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Kapuzinerkresse Tropaeolaceae
Heilpflanze des Monats

MONOGRAFIE

Familie: Tropaeolaceae (Kressegewächs)

Herkunft: Peru bis Neu Granada, in Europa eingebürgert, weltweit angebaut

Volksnamen: gelbes Vögerl, Kapuzinerli, Salatblume, blutrote Blume aus Peru, großindische Kresse, Blume der Liebe

Namensherkunft: Der deutsche Name „Kapuzinerkresse“ wurde hergeleitet durch die Trichterform der Blüte und dem langen Nektarsporn, was an die Kapuze der Kapuzinermönche erinnert. „Tropaeolum“ kommt vom lateinischen Ausdruck für Trophäe, d. h. Siegeszeichen die an einem abgestutzten Baum aufgehängten Waffen des Feindes, Rüstung, Helm und Schild. Das Blatt der Kapuzinerkresse ist schildförmig und die Blütenform ähnelt auch der „Spanischen Sturmhaube“.

Geschichte/Mythologie: Die heilsame Wirkung dieser Pflanze ist wahrscheinlich schon seit langem in den Ursprungsländern bekannt. In Peru wird die Kapuzinerkresse bei Infekten, Hautkrankheiten, Skorbut und Vergiftungen eingesetzt so wie zur Verdauungsanregung. Auch die durchblutungsfördernde Wirkung war den Ureinwohnern geläufig. Im 16. Jhdt. wurde sie von spanischen Seefahrern von Peru nach Europa gebracht. Hier wurde sie das erste Mal vor 150 Jahren als Arzneimittel gegen Skorbut und Husten beschrieben. 1952 wurde sie bei uns als Heilpflanze bestätigt.

Botanik: Die Kapuzinerkresse ist eine 30 cm hohe bis zu 4 m kriechende Pflanze, die mit Hilfe langer sich windender Blattstiele klettern kann. Sie sind fleischig und in der Mitte des Blattrückens befestigt. Die wechselständigen grünen, 3-6 cm großen, runden Blätter sind schildförmig. Die Blattnerven sind deutlich sichtbar und zentral ausgehend wie ein Stern. Das besondere an den Blättern ist deren Lotuseffekt. Sie besitzen wie Lotusblätter eine wachsartige Oberfläche, von der Wasser und Schmutz abperlt.

Die Blüten bestehen aus einem fünfblättrigen Kelch, der eine Unterlippe aus zwei und eine Oberlippe aus drei Blättern bildet und acht Staubblättern. Die 5 Blütenblätter sind groß, keilförmig und rund, wobei die drei Unteren gegabelt sind und Fransen aufweisen. Charakteristisch ist der etwa 3 cm lange Sporn, der schwach gekrümmt und reglmäßig zugespitzt erscheint. Die Blütezeit ist von Juli bis zum ersten Frost in allen Farben, vom zarten Gelb bis zum intensiven Rot. An sehr heißen Sommertagen soll sich die Kapuzinerkresse manchmal elektrisch entladen, dann ist sie in der Dunkelheit sichtbar.

Die Früchte bestehen aus drei Teilfrüchten von rundlich nierenförmiger Gestalt, die ursprünglich fleischig sind und bei der Reife gelb-braun und runzelig werden.

Anbau: In ihrem Heimatland mit 80 Sorten als Staude wachsend, ist sie in Europa nur einjährig, da sie keine Temperaturen unter 4° C verträgt. Sie muss entweder ab März auf der Fensterbank vorgezogen werden und/oder ab Mai direkt ins Freiland. Die Saattiefe sollte etwa 2 cm, der Reihenabstand 20 – 30 cm betragen. Die Keimzeit beträgt 7- 14 Tage. Sie gedeiht gut in der Sonne und im Halbschatten. Auch in Kübeln und Töpfen fühlt sie sich wohl. Mit dem Düngen sollten wir vorsichtig sein, sonst gibt es viele Blätter, aber wenig Blüten. Bei uns sind bis zu 20 Züchtungen erhältlich.

Zu dem, das sie eine sehr hübsche und beliebte Gartenpflanze ist, ist sie dort auch sehr nützlich. Sie zieht Blutläuse und Kohlweißlinge an, und hält sie so von Nutzpflanzen fern. Deshalb wird sie gerne um die Baumscheiben von Obstbäumen gesetzt. Die Blätter und Wurzeln verströmen einen Duft, der Schädlinge fernhält wie z. B. Ameisen, Raupen, Schnecken. Gute Gemüse-Nachbarn sind Kartoffeln, Tomaten, Zuchini, Stangenbohnen, Kopfsalat, Rettich. Sie verträgt sich nicht mit Petersilie.

Ernte: Das ganze Kraut, während der Blütezeit. Bei der Droge handelt es sich um die gesamte oberirdische Pflanze, d. h. Samen und/oder Blätter, Blüte. Zur Weiterverarbeitung wir die Pflanze frisch verwertet.

Inhaltsstoffe: Der Hauptwirkstoff sind die Senfölglykoside (Glucotropaeolin wird zu Benzylsenföl verstoffwechselt) Vitamine, v. a. Vitamin C (285 mg pro 100 g Droge), Schwefel, Oxalsäure, Flavonoide, Carotinoide

Wirkung: Benzylsenföl wirkt antibiotisch gegen Bakterien, Viren und Pilze. Das Senföl wird über die Lunge und dem Harn ausgeschieden. Bei äußerer Anwendung wirkt sie durchblutungsfördernd.

Anwendung: Bakterielle Infektionen und Soorinfekte der Atemwege, Infektionen der ableitenden Harnwege, Reizblase.

In der Volksmedizin in Peru: werden bei Wunden frische Blätter aufgelegt und innerlich zur Blutreinigung und Aktivierung der körpereigenen Abwehrkräfte verwendet.

Dosierung und Zubreitung:  Am besten ist die frische Pflanze, frischer Presssaft oder wässrig-alkoholische Tinktur zu verwenden. Dosierung: 3 x tgl. 30 Tropfen, je nach Verträglichkeit, am besten nach dem Essen, Tagesdosis: 3x 15 mg Benzylsenföl (als magensaftresistente Kapsel), wegen schleimhautreizender Wirkung nicht länger als 6 Wochen einnehmen.

1 frisches Blatt pro Tag als Vorbeugung gegen Infekte.

Nebenwirkungen/Gegenanzeigen: Magen- und Darmbeschwerden durch Schleimhautreizung,

bei äußerlicher Anwendung: Haut- und Schleimhautreizend, selten Allergien.

Nicht bei Magen- und Darmgeschwür oder entzündlicher Nierenerkrankungen, nicht bei Kindern unter 4 Jahren.

Anwendung in der Küche: Die Blätter können vielfach verwendet werden. Klein gehackt können sie Salaten, Kräuterquark, Eierspeisen, in Kartoffelsuppe, auf Butterbrot usw. beigegeben werden. Die Blüten sind ein essbarer Blickfang und für die Dekoration von Speisen sehr geeignet.

Falsche Kapern aus Kapzuzinerkressesamen
Unausgereifte Samenkapseln mit einem kleinen Stielansatz pflücken und in ein passendes Glas geben. Schichtweise mit Salz bestreuen und mit einigen Tropfen Wasser beträufeln, damit das Salz feucht wird. Etwas schütteln, kalt stellen und solange stehen lassen bis die nächsten grünen Samenkapseln zur Verfügung stehen. Die neuen Früchte dazugeben, wieder mit Salz bestreuen und schütteln. Wenn das Glas voll ist, noch eine Woche stehen lassen.

Anschließend durch ein Sieb schütten und mit klarem Wasser abspülen. Die falschen Kapern in ein Glas geben und bis zum Rand mit warmem Essig füllen. Das Glas verschließen und kühl lagern.

Kapuzinerkresse-Creme:
In einer Pfanne 1 EL Butter schmelzen. Dann 2 gehackte Zwiebeln und 4 mehlige Kartoffeln in Würfel geschnitten gelbbraun andünsten. 1,5 l Brühe beigeben und 20 Min. kochen lassen. Etwa 4 Hand voll Kapuzinerkresseblätter beigeben, nochmals 5 Min. köcheln lassen und anschließend mit dem Mixer pürieren. 100 g Sauerrahm unterziehen. Mit Kapuzinerkresseblüten verziert servieren.

 

 

 

 

 

 

 

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